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Martin Körner: Stark in die Zukunft

Martin Körner hat am Freitag offiziell die „heiße Phase“ seines OB-Wahlkampfs eröffnet. Im Stuttgarter Literaturhaus betonte der 50jährige, es gehe jetzt darum, Orientierung für die nächsten zehn, zwanzig Jahre in Stuttgart zu geben – „und miteinander die Weichen zu stellen, damit unsere Stadt auch weiterhin stark, lebens- und liebenswert bleibt.“

Mit Zuversicht

Wichtig sei dabei, zuversichtlich in die Zukunft zu gehen. „Mit dem Mut, aufzubrechen. Mit der Erfahrung, alles im Blick zu behalten. Und mit dem Empfinden, dabei menschlich zu bleiben“, unterstrich der gelernte Diplom-Ökonom und verheiratete Familienvater. „Stark bleiben, Zukunft gestalten, zusammenhalten: Das sind meine Leitplanken für Stuttgart!“

Er freue sich sehr, dass er dabei auf seiner bereits zweiten Stadtteiltour durch Stuttgart in diesem Jahr viel Zuspruch aus der Breite der Bürgerschaft erfahre, so Körner. Vor dem Hintergrund der vielen eingebrachten Impulse und Ideen sei es ihm wichtig, inhaltlich stark aufgestellt zu sein – sowohl was seine Visionen und Ziele für Stuttgart, als auch deren konkrete Umsetzung betrifft. Das komplette Programm befindet sich detailliert auf seiner Website www.koerner-stuttgart.de.

Stark bleiben

Wirtschaftlichen Umbruch anpacken. Martin Körner betonte, angesichts der Corona-Pandemie werde sich die Landeshauptstadt in Zukunft viel stärker um Arbeitsplätze zu kümmern haben als in den vergangenen Jahren. „Die stadteigene Wirtschaftsförderung, interkommunale Gewerbegebiete etwa mit Leinfelden-Echterdingen, bezahlbare Räume für Start-ups über das Wizemann-Areal hinaus und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur müssen in den kommenden Jahren eine größere Rolle spielen“, so Körner.

Stuttgart müsse auch weiterhin eine moderne Industriestadt sein – und das auch mehr sein wollen. „Ich will den Transformationsprozess in der Automobilindustrie aktiv unterstützen, etwa indem wir Geld aus dem Programm des Bundes für die Batteriezellenproduktion nach Stuttgart holen. Das bringt Wertschöpfung und sichert gut bezahlte Jobs für Facharbeiterinnen und Facharbeiter“, erklärte Körner.

Mit einer neuen „Schule für Erwachsene“ könne die Stadt außerdem einen wichtigen Beitrag zur sozialen Begleitung des Strukturwandels leisten. Schließlich müsse die duale Ausbildung einen größeren Stellenwert bekommen. Das erfolgreiche Modell der Ausbildungsmanager an den beruflichen Schulen will Körner ausbauen.

Zukunft gestalten

Wohnen wird Chefsache. „In Stuttgart kostet eine Wohnung heute rund 20 Prozent mehr als in Hamburg – und das muss sich bis 2030 ändern“, so Martin Körner. Damit das gelänge, seien 30.000 neue Wohnungen, eine aktive Grundstückspolitik der Stadt und bessere Förderprogramme vonnöten. „Die allermeisten neuen Wohnungen, etwa 80 bis 90 Prozent, können innerhalb des heutigen Siedlungsgebiets entstehen“, erläuterte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Stuttgarter Bau- und Heimstättenvereins. Beim größten Projekt der Innenentwicklung, dem neuen Rosensteinquartier, dürfe es aber nicht zu weiteren Verzögerungen kommen.

„Größere Bauprojekte auf der grünen Wiese sind nur dort sinnvoll, wo sich Arbeitsplätze gut mit der Stadtbahn erreichen lassen. Das vermeidet Verkehr und schont die Umwelt“, sagte Körner. „Über größere Projekte werde ich einen Bürgerentscheid herbeiführen, damit die Stuttgarterinnen und Stuttgarter direkt entscheiden können.“

Die Fünf-Minuten-Stadt. Nicht nur die City, auch die Einkaufsstraßen vieler Außenbezirke kämpfen nach Körners Worten mit gewaltigen Problemen. „Mit urbanen Quartieren, wo ich in fünf Minuten beim Supermarkt, bei der Haltestelle, beim Kindergarten bin, mit attraktiven öffentlichen Räumen und mit einer aktiven Bürgergesellschaft vor Ort können wir diesen Problemen begegnen“, so der frühere Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost. Dafür müsse die Stadt in schöne Straßen und Plätze, in Grünanlagen, in Kitas, Schulen und Stadtteilbüchereien investieren und diese auch anständig in Schuss halten. „So bekommen wir eine urbane europäische Stadt!“

Echte Mobilitätswende. Moderne Mobilität mit weniger Staus und schnellen Verbindungen kann laut Körner nur mit einem starken öffentlichen Nahverkehr gelingen – und durch das Ausschöpfen der Möglichkeiten, die die digitale Welt heutzutage bietet: Etwa mit einer neuen Mobilitätsapp zur Vernetzung aller Verkehrsmittel und mit digitalem Parkraummanagement auf dem Weg zur „Smart City“.

„Unsere SSB ist schon gut. Aber wir sollten den Anspruch haben, sie zum besten Nahverkehrsunternehmen Deutschlands zu machen“, verdeutlichte Körner. Pendler, die mit dem Auto zur Arbeit kommen, sollen am Stadtrand ein attraktives Angebot zum Umsteigen auf Busse und Bahnen erhalten – und zwar durch so genannte Mobilitätshubs im Norden, im Osten bei der B10/B14 und im Süden bei der B27/A8 (Flughafen, Filderbahnhof). „Ein 365-Euro-Ticket für das ganze Verbundgebiet wird noch mehr Menschen für den ÖPNV begeistern“, so Körner. „Außerdem brauchen wir einen Aufbruch für den Radverkehr!“

Klimawandel hier bekämpfen. Körner ist überzeugt: „Stuttgart kann die Stromversorgung bis 2030 komplett auf Erneuerbare Energien umstellen!“ Dafür müsse das Geld umgeschichtet werden, das heute in der stadteigenen Holding in Aktien und Rentenpapieren investiert sei. Diese Mittel seien sicherer und ertragreicher beim Ausbau der Erneuerbaren Energien aufgehoben. Besonders wichtig sei die Umstellung der Heizungen auf Erneuerbare – am besten mit Nah- und Fernwärmenetzen. „Um hier komplett umzustellen, müssen wir uns endlich mit der EnBW auf ein abgestimmtes Vorgehen einigen.“

Investitionen vorantreiben. Im Blick auf seine Zukunftsprojekte und in Anbetracht der Folgen des Corona-Lockdowns will Körner insgesamt Vollgas bei den städtischen Investitionen geben: „Ich möchte, dass wir bis 2030 mindestens sechs Milliarden Euro in die Infrastruktur der Stuttgarter Stadtquartiere investieren – das Geld dazu ist da!“ Einsetzen will der Finanzexperte das Geld wie folgt: Mindestens eine Milliarde in kommunale Wohnungen, über eine Milliarde in den Ausbau der SSB-Angebote, eine Milliarde in die Umstellung auf Erneuerbare Energien, eine Milliarde in die Schulen, eine Milliarde in das Klinikum und der Rest in Bäder, Kultur, Sport- und Grünanlagen, in die Feuerwehr, in Kitas sowie in Plätze und Wege.

Zusammenhalten

Stuttgart bestehe aus einer bunten Mischung vieler Altersgruppen und Kulturen, wie Martin Körner weiter ausführte. „Diese Vielfalt hat zu unserer großen Erfolgsgeschichte beigetragen. Mir ist es wichtig, dass alle von den Angeboten in unserer Stadt profitieren können.“

Wirklich familienfreundlich. Um Stuttgart auf dem Weg zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt ganz nach vorne zu bringen, will der Vater einer zehnjährigen Tochter mehr junge Menschen motivieren, hier als Erzieherinnen und Erzieher zu arbeiten. „Helfen kann dabei eine bessere Bezahlung, zum Beispiel durch eine höhere Einstufung bei der tariflichen Eingruppierung“, so Körner. Weitere Anreize will er mit Personalwohnungen und einem kostenfreien Jahresabo für den Nahverkehr bieten.

Bei den Schulen müsse die Stadt für moderne Gebäude, attraktive Außenanlagen und vor allem für eine funktionierende digitale Infrastruktur sorgen: „Das ist in Zeiten von Corona ja nun überdeutlich geworden.“ Darüber hinaus will Körner diejenigen Schulen, die in Quartieren mit weniger gut betuchten Menschen liegen, besonders unterstützen. „Und ich möchte eine große Spielplatzoffensive nach dem Vorbild Singapurs starten – mit mehr und mit spektakulären Spielplätzen für Stuttgart!“

Auch sozial stark bleiben. Als besonders wichtig nennt der Sozialdemokrat Körner gute Angebote für die steigende Zahl älterer Menschen, die Hilfe brauchen oder pflegebedürftig werden – am besten in der eigenen Wohnung oder in Wohngemeinschaften im eigenen Quartier. „Hier gibt es großartige Modelle unserer Wohnungsbaugenossenschaften.“

Vielfalt und Zusammenhalt. „Gerade in Zeiten von Corona ist es unerlässlich, unsere Kulturszene nachhaltig zu pflegen“, bekannte der Fraktionschef der SPD im Stuttgarter Rathaus. Als Oberbürgermeister bleibe es für ihn hohe Priorität, die Einrichtungen von Kunst und Kultur sowie auch migrantische Organisationen in den Innen- wie in den Außenbezirken umfänglich zu fördern. „Hier geht es um die Bewahrung unseres Zusammenhalts im Sinne von Manfred Rommel.“

Er wolle, so Körner, in den nächsten Jahren aber auch neue kulturelle „Leuchtturmprojekte“ angehen. „Stuttgart muss sich als Stadt großartiger Orchester noch besser mit einem neuen Konzerthaus in der Königstraße profilieren: Mit einem Haus der Musik, das allen Angebote macht, auch tagsüber Familien mit Kindern.“ Auch ein neues Lindenmuseum als Haus der Kulturen der Welt soll entstehen. Und ein Haus für Film und Medien könne am Standort des bisherigen Breuninger-Parkhauses als Verbindung zwischen dem Leonhards- und Bohnenviertel geplant werden.

Und noch zwei Leuchttürme

Stuttgart – echte Stadt am Fluss. Stuttgart habe den Neckar – „aber dass Stuttgart eine Stadt am Fluss ist, wird nach wie vor kaum wahrgenommen“, wie Körner feststellte. „Das will ich endlich ändern.“ So soll die B10 zwischen Wasserwerk, Gaskessel und Kraftwerk überdeckelt werden und dadurch ein neues Stadtquartier am Neckar mit Flaniermeile, Wohnungen, Restaurants und auch Gewerbetreibenden entstehen. „Ein urbaner Ort, wo Stuttgarterinnen und Stuttgarter gerne wohnen und ausgehen – das ist eine meiner großen Visionen!“

IGA 2031 – Impulse für die grüne Stadt. „Ich möchte nach über 25 Jahren wieder eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) nach Stuttgart holen“, informierte Körner. „Für 2031 haben wir da große Chancen!“ Zur Erinnerung: Die IGA 1993 hatte zusammen mit der Bundesgartenschau maßgebliche Impulse für Stuttgart gebracht, unter anderem die Verwirklichung des „Grünen U“ – „dieser durchgängige Grünzug unserer wunderschönen Stadt.“

Wahlkampf – offline und online

Im Wahlkampf setzt Körner zum einen auf klassische Werbemittel – wie Plakate, Flugblätter, Stadtteilprogramme und, als „Schmankerl“, auf einen Körner-Müsliriegel als Giveaway. Ein wesentlicher Teil nehme aber vor allem auch der Online-Wahlkampf ein, unter anderem mit einem wöchentlichen Livestream auf Instagram („Körner am Montag“ um 19 Uhr). „Gerade in diesen Zeiten werden die digitalen Möglichkeiten immer wertvoller“, so Körner. Insgesamt stehe im Wahlkampf ein Budget von 150.000 Euro zur Verfügung. „Wichtig ist für mich: Ich will die Stadt nicht zupflastern. Ich will gut informieren – über mich und meine Ziele für alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter.“

Zur Biographie: Martin Körner hat 25 Jahre Verwaltungserfahrung und Personalverantwortung in Wirtschaft und Wissenschaft sowie in der Kommunal- und Landespolitik – unter anderem als Fraktionsgeschäftsführer im Landtag, Unternehmenskundenberater bei der Landesbank Baden-Württemberg und als Referent für Finanzpolitik.