Aufgabenbereiche der Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung der Stadt Stuttgart gliedert sich in den Geschäftskreis des Oberbürgermeisters und die sieben Geschäftskreise der Bürgermeister (Beigeordnete). Die Geschäftskreise sind Aufgabenbereiche innerhalb der Verwaltungsdezernate, die aus inhaltlichen und praktischen Gründen zusammengefasst werden. 

Geschäftskreise als Grundstruktur der Verwaltung

Die Zusammenfassung der Geschäftskreise erfolgt zum einen aus strukturellen Gründen, zum anderen erkennt man hieran auch die politische und gesellschaftliche Bedeutung der städtischen Themen. Jede Verwaltung und jedes Unternehmen benötigt eine Grundstruktur zur Aufgabenerfüllung. Die erste Untergliederung in der Stadtverwaltung Stuttgart umfasst die Einteilung der Dezernate auf oberster Führungsebene, also die Bereiche des Oberbürgermeisters und der Bürgermeister. Hier wird festgelegt, welche Themenbereiche der Oberbürgermeister selbst verantwortet und welche Themen er in den Verantwortungsbereich der Beigeordneten legt. Die Geschäftskreise bilden dann die nächste Untergliederungsebene innerhalb des Dezernats. Beispielsweise gehört der Geschäftskreis 2 “Stadtkämmerei, Liegenschaftsamt und Abteilung Krankenhäuser” zum Dezernat 2 “Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen”. In der nächsten Gliederungsebene werden dann verschiedene Ämter, Abteilungen und Sachgebiete abgebildet. Auf den höheren Ebenenen sind die politischen und strategischen Ziele vorgegeben, während auf den unteren Ebenen die Aufgabenerfüllung bei den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern erfolgt. 

Geschäftskreise bilden politische und gesellschaftliche Bedeutung ab 

Die Geschäftskreise dienen also einerseits dazu, der Verwaltungsorganisation eine Grundstruktur zu geben. Andererseits ist die Einteilung der Geschäftskreise auch ein Instrument, um die Bedeutung einzelner Themen hervorzuheben und der gesellschaftlichen Bedeutung Rechnung zu tragen. Dies erkennt man z.B. daran, dass seit einigen Jahren auch Themen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes in den Geschäftskreisen gegliedert sind. Die Gliederung der Geschäftskreise kann auch geändert oder neu gestaltet werden. Da dies Auswirkungen auf die Organisation der Verwaltung hat, müssen einer Änderung häufig die Ausschüsse oder der Gemeinderat zustimmen.

Geschäftskreise der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister

Laut § 49 der Gemeindeordnung vertreten die Bürgermeister den Oberbürgermeister ständig in ihrem Geschäftskreis. Dies bedeutet, dass sie innerhalb ihres Geschäftskreises über umfangreiche Befugnisse und Entscheidungskompetenzen verfügen, um die ständige Vertretung des Oberbürgermeisters wahrzunehmen. Genauer gesagt können die Bürgermeister in ihrem eigenen Geschäftskreis genauso agieren wie der Oberbürgermeister. Sie haben für ihre Aufgaben weitgehende personelle und finanzielle Befugnisse. Da die Geschäftskreise meistens sehr breit gefächert sind, benötigt ein Bürgermeister nicht nur Fachwissen in seinem Geschäftskreis, sondern auch umfangreiche kommunalpolitische und gesellschaftliche Kenntnisse. 

Zusammenfassend ist die Strukturierung der Geschäftskreise ein wichtiges Instrument, um Schwerpunkte in der Kommunalpolitik zu setzen und bestimmte Themen zur “Chefsache” zu machen.


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